Sonntag, 2. Juli 2017

11. LIFESTYLE Würzburg Triathlon | 25.06.2017

Ziemlich genau 8 Jahre liegt meine letzte Olympische Distanz (OD) nun schon zurück, eine Zeitspanne, in der sich auf vielen Ebenen Veränderungen vollzogen haben. Eine Veränderung ist allerdings noch nicht eingetreten: Trainingsfleiß. Wir starten am späten Samstagvormittag, im Auto zwei Menschen und unser lieber Hund, auf dem Dach die Rennräder. Die Bundesregierung hat das Ziel 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 ausgegeben - wir sichten unterwegs maximal 5 Exemplare. Unser nächstes Vehikel wird, bei akzeptablen Bedingungen, jedenfalls auch benzin-alternativ angetrieben.

Am Samstagnachmittag besuchen wir eines der zahlreichen Weingüter rund um Würzburg, das Privat-Weingut Schmitt in Bergtheim.

Im Zentrum des Städtedreiecks Karlstadt - Schweinfurt - Würzburg baut dieser fränkische Familienbetrieb auf ca. 30 ha vorwiegend Silvaner und Müller-Thurgau an, im gut sortierten Weinshop findet frau aber auch sofort einen Sauvignon.

Montag, 27. März 2017

13. Muldentaler Städtelauf | 26.03.2017

Mit den Wettkämpfen ist das so eine Sache. Man braucht die nötige Motivation, um ans eigene Limit zu gehen und man braucht entsprechende Vorbereitung, um mit dem eigenen (aktuellen) Limit zufrieden zu sein. Die Motivation wird bei mir zusehends besser, ich will Wettkämpfe bestreiten und dort das Maximum abrufen. ABER: Wie erhält man diesen Zustand dauerhaft? Wie bleibt das Feuer am Lodern? Ein ordentliches Feuer benötigt mehrere Komponenten - Brennmaterial, Sauerstoff, Anzündtemperatur. Die Sauerstoffzufuhr klappt so halbwegs, Nr. 3 stimmt, nur das Brennmaterial ist noch etwas klamm hinter den Ohren.

Wir erreichen die "Perle des Muldentals" gegen 8.45 Uhr und finden einen Parkplatz in der Hohnstädter Straße. Nach dem Rahmenbruch der Toilettentür im Sportlerheim kann es eigentlich nur besser werden - denke ich mir im angenehm leeren Transferbus zum Startort Wurzen. Die Ringelnatzstadt an der Mulde empfängt uns mit herrlichem Frühlingswetter, auf dem Marktplatz scharren bereits um die 700 LäuferInnen mit den Kunststoffhufen. Unser Warmup besteht aus 100 m Kopfsteinpflaster-Jogging, Start in 3 Minuten. Pünktlich 10 Uhr entlässt man uns auf einen anfänglichen 1,5 km-Innenstadtrundkurs, erst danach folgen B 6-Querung und Muldentalbahnradweg. Die partnerschaftliche Absprache lautet, dass jeder seinen Lauf bestreiten soll, was mich am Landgasthof Dehnitz immer noch eine brauchbare Pacergruppe suchen lässt. Kurz darauf werde ich bei einer wippenden, langen blonden Mähne über dem "BMW-Team SC DHfK"-Shirt fündig. Deren Ziel scheint im Bereich 1:25 h zu liegen - optimal für mich. Leider ist auf den Foot-POD meiner Suunto nicht so recht Verlass, die Pace liegt real eher bei 4:20 min denn bei virtuellen 5:30 min. [Okay, womöglich war die 400 m-Runde auf dem Testfeld auch zu kurz für eine saubere Kalibrierung. ;-)]

Körperlich geht es mir blendend, weder Blase, Darm, Magen, Zwerchfell noch Steuerzentrale weichen von der weißen Orientierungslinie dieses zauberhaften Radweges ab. Ich überhole ab und zu, größtenteils laufen die versprengten Gruppen hier ab Kilometer 10 jedoch ein ähnliches Tempo. In Summe vier Verpflegungspunkte bieten unterwegs alles Nötige von Apfelstücken bis Zuckerwasser. Ein Becher Wasser sowie 1/3 Banane sollen mir genügen - herzlichen Dank für die ehrenamtliche Arbeit am Sonntag! Wir unterqueren die A 14-Brücke, passieren wenig später den Golzerner Berg (15 % Steigung = 100 % Rennradleidenschaft), die letzten Kilometer liegen vor uns. Meine Pacergruppe hat etwas Abstand gewonnen, ich behalte sie aber im Auge. Vorbei am ehemaligen Bahnwärterhäuschen von Dorna, kurz durch ein Waldstück und schließlich hinunter in die Auenlandschaft, die Pöppelmannbrücke bereits in Sichtweite. Mit den 1:27:46 h auf 21 km bin ich für den Moment zufrieden, Luft nach oben ist dennoch reichlich vorhanden. Das Vorbild ist hier ganz klar meine K., denn sie läuft in 1:37 h nicht nur mehr als 10 Minuten schneller gegenüber 2015, sie läuft damit auch aufs Damentreppchen ihrer AK. Tja, für so einen Rucksack voller Wurzener Knabbereien lohnt sich schon die eine oder andere Trainingseinheit im Vorfeld...

Der Preis für AK Platz 2 - Fuuuuuter!

Chapeau!

Muldentaler Städtelauf
Ergebnisse 2017

Montag, 6. März 2017

Rüdiger Nehberg: Lagerfeuergeschichten

Damals, am 4. Mai 2010, gratulierte ich an dieser Stelle einem Menschen zum 75. Geburtstag, der mein Denken in gewisser Weise nachhaltig beeinflusst hat:

[...] "Ihnen ist es zu verdanken, dass ich im Alter von 13, 14 Jahren mir eine "Survival-Bauch-Tasche" ausstattete (darin so Sachen wie Angelköder, Streichhölzer, Bindfäden, Taschenmesser, Nähzeug, Kabelbinder, ein Poncho,...) und mich dann unter anderem im Fallenbau übte. Das Brennnessel-Boot aus einem Ihrer Bücher hab ich erfolgreich zu Wasser gelassen und auch die Trinkwasserfiltration wurde überlebt. Nur am Wildschweinfang mit bloßen Händen und am Fang von Enten mittels Balg arbeite ich noch.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Und dann kam Roth

Anfang Juni, wir saßen abends auf der Couch, fragte sie mich plötzlich, ob ich in Roth starten will. In Roth? Ich? Bei der weltgrößten Langdistanz? Als Staffelradfahrer? Das nenne ich mal ein unmoralisches Angebot für jemanden, der meist solo ein wenig durch die Landschaft kullert. Aber sie hätte mich nicht gefragt, würde sie nicht dieses Leuchten in meinen Augen kennen, das immer dann aufflackert, wenn es um große Herausforderungen und nicht alltägliche Projekte geht.

Maximal 5 Stunden will ich fahren - kann ich das ohne spezielles Training?
Ich brauche ein Zeitfahrrad - wo krieg ich das jetzt schnell her?

Die zweite Frage klärte sich nur wenige Tage nach meiner Staffelzusage während der Streckenbefahrung zum 1. neuseenMAN an der Schladitzer Bucht. Dort lernte ich nämlich Ralf Dittmann vom RADHaus Leipzig kennen - einem Laden, der sich u.a. auf die Ausrüstung von Triathleten spezialisiert hat und einige Hawaii-Starter zu seinen Kunden zählt. Wie es der Zufall wollte, stand aktuell eine Zeitfahrmaschine von Fuji im Stall und suchte einen neuen Besitzer. Am 6. Juli war schließlich der große Tag: 19 Uhr betrat ich Ralfs Laden und gemeinsam passten wir das Baby auf meine Körpermaße an. Ab diesem Abend war ich - temporärer - Besitzer eines Vollcarbon-Zeitfahrrades.

Dienstag, 26. Juli 2016

Der Schwammspinner (Lymantria dispar)

Vorhin flatterte es kurz vor dem Abschließen auffällig unter der Werkbank. Ich wollte dem Falter erst ins Freie helfen, als ich den Grund seiner Anwesenheit an einem Stromkabel entdeckte: Ein weiblicher Schwammspinner (Lymantria dispar) mit zwei männlichen Individuen.

Der weitverbreitete, besonders im Süden gelegentlich massenhaft auftretende Schmetterling schwärmt im VIII/IX in Laubmischwäldern oder auch Obstgärten. Die beweglichen Männchen fliegen meist in den Abendstunden zickzackförmig lebhaft hin und her, während die schwerfälligen Weibchen regungslos an Stämmen und Ästen sitzen oder nur schwirrend vorankriechen. Die Eier werden in einem flachen, rundlichen Haufen an der Rinde des Stammes, an Zweigunterseiten, Zäunen usw. vorzugsweise an Waldrändern und anderen lichten, sonnigen Standorten abgelegt und mit der gelbbraunen Afterwolle bedeckt, was dem Gelege sein filziges Aussehen verleiht (Eischwamm). Die im darauffolgenden IV schlüpfenden Raupen fressen die Blätter fast aller Laubbäume, besonders der Eichen, und lassen sich bei Nahrungsmangel am Seidenfaden vom Wind über weite Strecken forttragen. Sie verwandeln sich im VII/VIII in Rindenritzen oder zwischen Blättern zur Puppe, aus welcher nach 2 bis 3 Wochen der Falter schlüpft.

Der Schwammspinner

Was sitzt denn da am Stromkabel?

Auffälliger Geschlechtsdimorphismus.

Ein Männchen kommt zum Zug...

...kopfüber.

Montag, 11. April 2016

Haftausweis 36

Dieser Samstag, der 9. April ist ein sonniger Tag, allerdings vermisse ich die Wärme des Frühlings hier im Leipziger Süden, 27 km vom Zentrum der größten Stadt Sachsens entfernt. Das große schwere Stahltor öffnet sich langsam nach rechts und wir betreten ein Gebäude, in dem die Selbstbestimmung ein jähes Ende findet. Hier drin haben andere das Sagen.

JSA Regis-Breitingen.
Die Personalien werden aufgenommen, man gibt sein bundesrepublikanisches Identifikationspapier ab, erhält dafür seinen Haftausweis. Meiner trägt die Nummer 36. Der Trakt zur Registrierung der Neuankömmlinge ist sauber und irgendwie steril. Das ganze Gebäude macht auf mich einen sehr kühlen, einen sehr unpersönlichen Eindruck. Wahrscheinlich soll das so sein. Du bist aus einem von vielen möglichen Gründen hier drin, doch die Architektur – innen wie außen – lässt keine Optionen zu. Sie ist streng auf Funktion ausgelegt, auf Vollzug eben.

Mittwoch, 2. März 2016

Der Sternenhimmel im März | 2016

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost ME(S)Z.+++

[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2016]

Januar, Februar, März

Der Frühling steht vor der Tür. In Zeiten des Klimawandels werden die Übergänge zwischen den Jahreszeiten hier auf der Erde zwar immer fließender, Vegetationsperioden und -zonen verschieben sich – und das alles deutlich spürbar innerhalb von wenigen Jahren. Erschreckend. Am Sternenhimmel jedoch bleibt alles beim Alten bzw. was die scheinbare Bewegung desselben anbelangt klar vorhersagbar.