Samstag, 25. Oktober 2014

Ein Rundflug über Leipzig mit dem Air Service Sachsen

Gestartet vom Mini-Airport Halle/Oppin ging es heute an Bord einer Cessna 172 Skyhawk im Uhrzeigersinn einmal rund um das mitteldeutsche Wirtschaftszentrum und die nach Berlin zweitgrößte Stadt der neuen Bundesländer.

Im Norden und Nordwesten von Leipzig befinden sich einige der größten Arbeitgeber der Region, allen voran das europäische Luftdrehkreuz von DHL. Geflogen und gearbeitet wird hier vornehmlich nachts, weshalb wir 32 Maschinen am Boden stehen sahen.

Das europäische Luftdrehkreuz von DHL.



Suburbanisierung im Wachstumskorridor.

Die Geschichte des Flughafens Leipzig/Halle, nördlich der Stadt Schkeuditz und südlich der A 14 gelegen, reicht bis ins Jahr 1927 zurück. Damals noch "Halle/Leipzig" genannt, verzeichnete er Ende der 1920er Jahre schon über 20.000 Passagiere. Bis zum Kriegsbeginn rangierte er auf Platz 4 der verkehrsreichsten Flughäfen Deutschlands (heute: Platz 12).

Danach stellte man den zivilen Luftverkehr bis 1972 ein (Ausnahmen waren in den 60er Jahren Logistikflüge für die Messe).

Im Jahr 2000 ging die neue 3.600 m lange Start- und Landebahn Nord in Betrieb, welche per Rollbrücken über die A 14 mit dem südlich gelegenen Flughafengelände verbunden ist. Mit ihr wurde die Kapazität des Flughafens auf 6 - 8 Mio. Passagiere erweitert und gleichzeitig das Nachtflugverbot für den Frachtverkehr vor dem BVerfG gekippt. Heute beträgt das Fluggastaufkommen jährlich über 2 Millionen Passagiere (2013: 2.240.860), das Frachtaufkommen knapp 1 Million t (2013: 887.101 t / DHL ab 2008).

Militärisch wird das Areal nach wie vor genutzt: Seit 2006 als Drehkreuz für US-Transporte von Soldaten und Fracht in den Nahen und Mittleren Osten.

Hauptgesellschafter der 1991 gegründeten Flughafen Leipzig/Halle GmbH ist die Mitteldeutsche Flughafen AG (94 %), deren Gesellschafter wiederum der Freistaat Sachsen (77,29 %), das Land Sachsen-Anhalt (18,54 %), die Stadt Leipzig (2,1 %), Dresden (1,87 %), Halle (Saale) (0,2 %) sind.

Die Start- und Landebahn Nord am Flughafen Leipzig/Halle.


Zwei Rollbrücken über die A 14.

Nebenan hat die Porsche Leipzig GmbH ihren Sitz, welche vor Ort die Modelle Cayenne, Macan und Panamera produziert. Auf der hauseigenen Rennstrecke dürfen sich Möchtegern-Piloten an der Beherrschung des Fahrzeugs im Grenzbereich testen - sozusagen auf dem Spielplatz für StVO-Flüchtlinge und anderweitig Gehandicapte.

Die Porsche Leipzig GmbH.

Hauseigene Rennstrecke von Porsche.

Wir fliegen buchstäblich über den Wachstumskorridor zwischen Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt und Leipzig in Sachsen, deren jeweilige Stadtgründungen in das Mittelalter fallen (Halle: 806, Leipzig: 1064). Halle (Saale) war anfangs die bedeutendere der beiden Städte, sprudelten dank Salzförderung und -handel dort nämlich nicht nur die Solebrunnen, sondern auch die Einnahmen im Stadtsäckel. Als Leipzig jedoch 1497 sein Messeprivileg erhielt, begann der bis heute andauernde wirtschaftliche Aufstieg, hinter den nicht nur Halle (Saale), sondern auch die sächsische Landeshauptstadt Dresden zurückfielen. Die Ansprüche an Mobilität und Güterverkehr werden in diesem Ballungsgebiet durch Prozesse der Suburbanisierung besonders deutlich, denn Dienstleistungs-, Handels- und Wohnfunktionen werden auch in der Peripherie erfüllt.

Kleine Umlandgemeinden verzeichneten in den 1990er Jahren teilweise zweistellige Einwohner-Zuwachsraten, während die Großstädte ihrerseits schrumpften.

EW-Entwicklung 1994 - 2000

Saalkreis: + 24,1 %
Halle (Saale): - 14,5 %
Markranstädt: + 35,5 %
Wiedemar: + 35,2 %
Leipzig: - 6 %

Nicht zuletzt im Zuge massiver Eingemeindungen konnten die beiden Großstädte ihren Bevölkerungsverlust teilweise stoppen (und ihre Stadtfläche ausdehnen).

Trotzdem steht Halle (Saale) auch diesbezüglich heute - und in der Prognose - schlechter da als Leipzig, denn bis 2025 soll dessen Einwohnerzahl von aktuell 231.565 (Stand: 31.12.2013) auf dann nur noch 214.368 zurückgehen. Leipzig dagegen boomt mit aktuell 531.582 EW (Stand: 31.12.2013). Die Bertelsmann-Stiftung (561.470) und das Statistische Landesamt (538.600) differieren jedoch in ihren Prognosen für 2025 gleichsam deutlich. Die Attraktivität von Städten ist neben dem Angebot von Arbeitsplätzen das entscheidende Kriterium für Umzugs-/Zuzugswillige. Leipzig ist hier klar im Vorteil gegenüber seiner anhaltinischen Nachbarin, denn die große Universität mit ihrem neuen Campus im Stadtzentrum, namhafte Arbeitgeber mit überregionalem Anziehungspotenzial, die Innenstadt mit unzähligen Einkaufsmöglichkeiten und das neu geschaffene Neuseenland bieten ein gutes Lebensumfeld. Halle (Saale) konnte dem Image einer Industriearbeiterstadt seit der Wende nur wenig entgegensetzen und hatte auch bei der Ansiedlung internationaler Unternehmen das Nachsehen. Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren im Vergleich zum platten Leipzig geologischen Highlights (u.a. Saaledurchbruch in Kröllwitz, Hallesche Marktplatzverwerfung) allein zieht eben keine Menschen an. Auch die Universität hat kein derart repräsentatives Herz wie die Leipziger Schwester, gleichwohl lässt es sich als Student hier nicht nur in der verwinkelten Altstadt, sondern auch auf der großen Peißnitzinsel nach den Vorlesungen herrlich entspannen.

Der Stadtteil Gohlis, dahinter das Rosental und die Red Bull Arena.

Die Leipziger Messe im Stadtteil Mockau.

Über Schönefeld-Ost mit Blick zum Hauptbahnhof. Der Stadtteil links ist Volkmarsdorf.

Stadtzentrum mit Hauptbahnhof von Osten.

Torgauer Straße mit Amazon (rechts im Bild) und FKK-Club (rotes Gebäude).

Ganz frisch ist von Heike Geißler im Leipziger Verlag Spector Books eine auf persönlichen Erfahrungen fußende Studie über den amerikanischen Megakonzern Amazon erschienen. Darin schildert sie nicht nur die praktischen Auswirkungen unseres Konsumirrsinns auf die dortigen Angestellten, sondern wagt auch einen pessimistischen Blick in die Zukunft des Einkaufens.


Der Stadtteil Paunsdorf.

Im Vordergrund die Sommerfelder Straße, dahinter das Stötteritzer Wäldchen im Stadtteil Stötteritz.

Leipzig - Stadt der Schreberbewegung.

Der Leipziger Südfriedhof.


Das Kolumbarium auf dem Südfriedhof mit Völkerschlachtdenkmal.

Dölitz-Dösen, dahinter Markkleeberg-Ost mit dem Markkleeberger See.

Der Stadtteil Connewitz mit großem DVB-T-Sendeturm. Im Bildzentrum: Die Media City mit der MDR-Zentrale.

Media City mit MDR-Gebäude, davor das Asisi-Panometer.

Über dem Leipziger Auwald - einem der größten Auwaldbestände Mitteleuropas mit 2500 ha Fläche. Rechts: Das Elsterhochflutbett, dahinter der Cospudener See.

Die Galopprennbahn Scheibenholz, dahinter der Stadtteil Südvorstadt und das Stadtzentrum.

Das Stadtzentrum mit der Galopprennbahn Scheibenholz von Westen.

Das neue RB-Nachwuchsleistungszentrum, das Elsterbecken sowie die Red Bull Arena mit der Festwiese davor.

Über Plagwitz und Lindenau.

Der nördliche Auwald mit dem Naturschutzgebiet Burgaue (270 ha).

Blick auf die Stadtteile Stahmeln und Wahren mit dem Auensee (v.l.n.r.).

Rechts unten sieht man den 40 m hohen Kran zur Erforschung des Kronenlebens im Auwald.

Der Stadtteil Lützschena.

Lützschena mit eingedeichter Neuer Luppe.

Der Flughafen Leipzig/Halle mit dem europäischen Luftdrehkreuz von DHL.

Tiefer Überflug mit einer Cessna 172 Skyhawk über den Flughafen Leipzig/Halle



Das Dorf Werlitzsch.

Ein Schwarm Gänse.

Das Cockpit unserer Cessna 172 Skyhawk.

Der Flugtrack





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VIELEN DANK FÜR DIESES TOLLE ERLEBNIS, MEINE LIEBE K.!

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