Montag, 11. Januar 2016

Der Sternenhimmel im Januar | 2016

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost ME(S)Z.+++

Sie erkennen nichts? Dann sind Sie hier genau richtig!

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[Der Sternenhimmel im ... 2016]

Januar, Februar

Nach zweijähriger Pause setze ich meine monatliche Kurzübersicht zu den sichtbaren astronomischen Ereignissen fort. Hinzu kommen später Exkurse zur Orientierung mithilfe der Sterne, zum Bau einer Sonnenuhr sowie zur Bestimmung der eigenen Position in der freien Natur ohne technische Hilfsmittel. Auf ein spannendes Jahr!

Der winterliche Sternenhimmel entfaltet gegen 22 Uhr seine volle Pracht im S. Sechs hellere Sterne fügt man zu einem übergeordneten Wintersechseck zusammen. Es besteht aus (im Uhrzeigersinn, oben beginnend): Kapella (im Fuhrmann), Aldebaran (das "rötliche Auge des Stiers"), Rigel ("Fußstern" im Orion), Sirius (bläulich-weiß funkelnd im Großen Hund), Prokyon (im Kleinen Hund) und Pollux (unsterblicher Bruder von Castor in den Zwillingen).

Das Wintersechseck.

Fast im Zenit steht der Doppelstern Kapella, der Stier hat den Meridian um diese Zeit bereits durchschritten und steht noch im W. Innerhalb dieses Sternbildes, westlich von Aldebaran, findet sich ein Grüppchen von Sternen, von dem man evtl. fälschlicherweise annehmen könnte, es handelt sich um den Kleinen Wagen. Tatsächlich handelt es sich hierbei um den offenen Sternhaufen der Plejaden – der Mythologie nach die sieben Töchter des Elternpaares Atlas und Plejone. Mit bloßem Auge sind sechs Plejaden zu erkennen, bei sehr guten Sichtbedingungen neun. Etwa 200 Sterne gehören diesem Sternhaufen an, der 400 ly von der Erde entfernt ist. Übrigens: Die Plejaden sind mit einem Alter von 60 Millionen Jahren sehr junge Vertreter ihrer Zunft (zum Vergleich: die Sonne ist 5.000 Millionen Jahren alt).

Orion, dem Himmelsjäger, folgen die beiden Hunde. Im Großen Hund befindet sich der hellste Stern am irdischen Firmament: Sirius. Und was jagen sie? Den Hasen.

Der W wird von einigen Resten des herbstlichen Himmels eingenommen. Dazu gehören vor allem das Pegasusquadrat (auch Herbstviereck genannt) knapp rechts von exakt W und gleich darüber die Sternkette der Andromeda. Walfisch und Fische stehen im SW.

Das Herbstviereck oder Pegasusquadrat.

Ein Blick nach N zeigt die Zirkumpolarsternbilder (je nach Breitenlage sind von manchen nur einzelne Sterne zirkumpolar) Großer Wagen, Kleiner Wagen, Kassiopeia, Kepheus, Perseus, Luchs, Drache und Giraffe.

Im O kündigen bereits die ersten Sternbilder den nahenden Frühling an. Dazu gehört insbesondere der Löwe (Hauptstern Regulus). Oberhalb des (Großen) Löwen kann man den Kleinen Löwen und Luchs entdecken. Tief im OSO wird die Wasserschlange (Hauptstern Alphard) teilweise sichtbar. Etwa zwischen Alphard und Regulus liegt das aus drei Sternen bestehende Bild des Sextanten.

Für Beobachtungen der Milchstraße eignet sich der nördliche Winterhimmel nicht ideal. Wer es dennoch versuchen mag: Unsere Heimatgalaxie erstreckt sich von SSO durch das Wintersechseck etwa zum Zenit und dann weiter über die Zirkumpolarsternbilder nach NNO.

[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium. Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

[Übersicht zu den Sternbildern]

Sternschnuppen im Januar

Vom 03. auf den 04. Januar tritt heuer das Maximum der Quadrantiden auf. Bis zu 100 Meteoroiden pro Stunde werden dann scheinbar dem Sternbild Bärenhüter entströmen.

Mond im Januar

Der Mond hält sich am 02. Januar mit 404.280 km und am 30. Januar mit 404.550 km in Erdferne (Apogäum) auf. In Erdnähe (Perigäum) befindet er sich am 15. Januar mit 369.620 km.

Halbmond: 02. Januar
Neumond: 10. Januar
Halbmond: 17. Januar
Vollmond: 24. Januar

Den Goldenen Henkel kann man am 19. Januar zwischen 18 Uhr und 0 Uhr sehen.

Mondbegegnungen:

Mars --> am 04. Januar ab 3 Uhr
Venus --> am 07. Januar ab 6 Uhr
Saturn --> am 07. Januar ab 6.15 Uhr
Merkur --> am 10. Januar gegen 16.40 Uhr
Uranus --> am 16. Januar ab 18 Uhr
Jupiter --> vom 27. zum 28. Januar die ganze Nacht

Jupiter und Mond am 27. Januar um 22 Uhr im O.

Planeten im Januar

Merkur --> kaum sichtbar bis 04. Januar in der Abenddämmerung, ab 28. Januar in der Morgendämmerung
Venus --> in der Morgendämmerung im SO
Mars --> ab 3 Uhr im O – S
Jupiter --> der hellste "Stern" der Januarnächte, sichtbar ab 22.30 Uhr
Saturn --> in der Morgendämmerung im SO
Uranus --> jede Nacht bis etwa 23 Uhr im Sternbild Fische
Neptun --> in der Abenddämmerung im WSW

Sonne im Januar

Jetzt werden die Tage allmählich wieder länger (um 1:06 h in diesem Monat), aufgrund der Zeitgleichung jedoch nicht gleichmäßig. Während sich nämlich der Sonnenaufgang um 22 Minuten verfrüht, verspätet sich der Sonnenuntergang um 44 Minuten.

Die Erde passiert am 2. Januar ihren sonnennächsten Punkt, das Perihel. An diesem Tag beträgt der Abstand zur Sonne exakt 147.099.586 km. Am 04. Juli, die Sonne wird sich dann in Erdferne (Aphel) befinden (152.103.635 km), braucht das Licht bis zu uns 17 Sekunden länger und die "Sonnenscheibe" wird 7 % kleiner erscheinen.

Sonnenaufgang 01. Januar: 8.14 Uhr
Sonnenuntergang 01. Januar: 16.10 Uhr

Sonnenaufgang 31. Januar: 7.52 Uhr
Sonnenuntergang 31. Januar: 16.54 Uhr

Kometen im Januar

Am 17. Januar gelangt der Komet C/2013 US10 (Catalina) mit 0,73 AE in Erdnähe und kann den ganzen Monat über mit einem Fernglas beobachtet werden. Er durchläuft bis Monatsende die folgenden Sternbilder: Bärenhüter, Großer Wagen, Giraffe.

In der Nacht 14./15. Januar passiert der Komet Alkaid, den äußersten Deichselstern im Großen Wagen.

Der Komet C/2013 US10 (Catalina) am 15. Januar um 22 Uhr im NO.

Ich hoffe, Sie erkennen jetzt nach der Lektüre mehr ;-)

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