Donnerstag, 4. Februar 2016

Der Sternenhimmel im Februar | 2016

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost ME(S)Z.+++

[Link zur Generierung von Sternkarten für das ganze Jahr]

[Der Sternenhimmel im ... 2016]

Januar, Februar

Nach wie vor beherrschen die Wintersternbilder die nächtliche Szenerie. Der bläulich-weiße Sirius (Hauptstern des Großen Hundes) ist darunter der hellste Fixstern und kann allein schon deshalb kaum übersehen werden – man findet ihn gegen 23 Uhr im SSW links unterhalb des Orion. Fast im Zenit steht der nach dem Mond, hellen Planeten und Sirius hellste (Stern) am Abendhimmel: Kapella im Fuhrmann.

Das Wintersechseck.

Hoch im W steht der Stier mit seinem orangenen Hauptstern Aldebaran und den beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden.

Im Bereich zwischen NO und SO ist schon ein großer Teil der Frühlingssternbilder versammelt. Sehr prominent ist der Löwe, aber auch Wasserschlange, Sextant und Becher gehören dazu. Verlängert man die Deichsel des Großen Wagens um ungefähr das Dreifache, gelangt man zu Arktur, dem Hauptstern des Bärenhüters (Bootes).

Teile der Frühlingssternbilder...

...sind im O aufgegangen.

Die Milchstraße erstreckt sich von S über W nach N. Die Sternbilder (von S nach N): Großer Hund, Kleiner Hund, Orion, Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan.


[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium. Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

[Übersicht zu den Sternbildern]

Der Mond bei Aldebaran am 16.02. um 0.30 Uhr.
Mond im Februar

Neumond: 08. Februar
Halbmond: 15. Februar
Vollmond: 22. Februar

Den Goldenen Henkel kann man am 18. Februar zwischen 14 Uhr und 19 Uhr sehen.

Mondbegegnungen:

Mars --> am 01. Februar die ganze Nacht
Saturn --> am 03. und 04. Februar ab ca. 4.30 Uhr
Merkur --> am 11. Februar um 18 Uhr
Aldebaran --> 15./16. Februar
Jupiter --> am 23. Februar ab 19.30 Uhr
Stern Spica --> am 26. Februar ab ca. 23 Uhr

Planeten im Februar

Merkur --> kaum sichtbar in der Morgendämmerung, ab 03. Februar unsichtbar
Venus --> für kurze Zeit in der Morgendämmerung im SO
Mars --> ab ca. 2 Uhr im OSO – SSW
Jupiter --> sichtbar ab ca. 20 Uhr
Saturn --> in der Morgendämmerung ab ca. 4 Uhr im SO
Uranus --> jede Nacht bis etwa 21 Uhr im W
Neptun --> unsichtbar

Sonne im Februar

Der Sonnenuntergang findet Ende des Monats zur gleichen Zeit wie Ende September statt (ohne Sommerzeitwechsel). Am 12. Februar erreicht die Sonne über das Jahr gesehen am spätesten S: Sonnenuhren gehen dann über 14 Minuten nach. Ebenfalls dank der Zeitgleichung werden die Abende jetzt verhältnismäßig schnell länger.

Die Tageslänge wächst im Februar in den insgesamt 29 Tagen um 103 Minuten. Diese Erkenntnis, dass ein Jahr etwa 6 Stunden länger ist als 365 Tage, hatten bereits die Alten Ägypter; aber erst Caesar übernahm das Wissen 45 v. Chr. bei seiner Reform des Kalenders. Sein Julianischer Kalender beinhaltet deswegen alle 4 Jahre einen Schalttag.

Bis ins 16. Jahrhundert hatte der Julianische Kalender Bestand. Bis 1582 um genau zu sein, denn in diesem Jahr ordnete Papst Gregor XIII. ein verbessertes System an. Warum? Weil Kalendersysteme möglichst lange stabil sein sollen. So korrigiert der heute weltweit genutzte Gregorianische Kalender u.a. die Abweichung des Julianischen Kalenders vom Sonnenjahr (die sich bis 1582 auf 10 Tage summiert hatte) und – als Folge dieser Korrektur – auch den Mondkalender. Den Astronomen war nämlich aufgefallen, dass der astronomische Frühlingsbeginn sich vom kalendarischen Frühlingsbeginn (der sich am Passahfest orientierte) entfernte. Man strich 10 Kalendertage (auf den 04.10.1582 folgte der 15.10.1582), um den kalendarischen Frühlingsbeginn wieder mit dem Äquinoktium zu harmonisieren. Außerdem führte man eine Regel ein, nach der die Schalttage in durch 100 aber nicht durch 400 teilbaren (ohne Rest) Jahren weggelassen werden. Das hatte Auswirkungen auf den Mondkalender, so dass zur Angleichung an das Sonnenjahr im Gregorianischen Kalender bei einem ausfallenden Schalttag das kalendarische Datum des Frühlingsvollmonds um einen Tag nach vorn verschoben werden musste. (--> Sonnengleichung)

Sinn des Ganzen: Das Jahr hat nach der Reform 365,2425 Tage; und der Kalender stimmt für über 3.000 Jahre in ausreichendem Maße mit dem Sonnen- und Mondjahr überein.

PS: Wann feiern am 29. Geborene in den Nicht-Schaltjahren eigentlich Geburtstag?

Nun, ein Aachener Professor hat dazu eine Tabelle ausgetüftelt, mit deren Hilfe alle Betroffenen jedes Jahr Geburtstag feiern können:


Sonnenaufgang 01. Februar: 7.51 Uhr
Sonnenuntergang 01. Februar: 16.56 Uhr

Sonnenaufgang 29. Februar: 6.59 Uhr
Sonnenuntergang 29. Februar: 17.47 Uhr

Kometen im Februar

C/2013 US10 (Catalina) verdoppelt seinen Erdabstand und kann nur noch mit einem Teleskop im Sternbild Giraffe gesehen werden.

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