Mittwoch, 2. März 2016

Der Sternenhimmel im März | 2016

+++Die von mir für die jeweilige Jahreszeit vorgestellten sichtbaren Sternbilder, ihre Position am Himmel sowie Angaben zu Mond, Planeten und Sonne beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf einen Beobachterstandort von 51° Nord und 12° Ost ME(S)Z.+++

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[Der Sternenhimmel im ... 2016]

Januar, Februar, März

Der Frühling steht vor der Tür. In Zeiten des Klimawandels werden die Übergänge zwischen den Jahreszeiten hier auf der Erde zwar immer fließender, Vegetationsperioden und -zonen verschieben sich – und das alles deutlich spürbar innerhalb von wenigen Jahren. Erschreckend. Am Sternenhimmel jedoch bleibt alles beim Alten bzw. was die scheinbare Bewegung desselben anbelangt klar vorhersagbar.

Die Wintersternbilder Orion, Großer Hund und Stier sind gerade noch bis Ende April/Anfang Mai im SW-W zu beobachten. Halten Sie doch noch einmal Ausschau nach den Sternhaufen Plejaden und Hyaden, rechts unterhalb von Aldebaran. Das Wintersechseck hat seinen Zenit überschritten, die Zwillinge stehen gegenwärtig hoch im W (direkt über Orion) und werden erst Mitte Juni von der nächtlichen Bühne verschwinden.

Das Wintersechseck.

Im N findet man das um 90° nach rechts gekippte Himmels-W der Kassiopeia, daneben Kepheus und Drache. Darüber rollt der Kleine Wagen, dessen Deichselspitze den Polarstern markiert.

Arktur im Bärenhüter zeigt im SO bereits als ein Teil des Frühlingsdreiecks das Ende des Winters an. Regulus (Löwe) und Spica (Jungfrau), die zwei anderen Teile, sieht man um Mitternacht – am besten in den mondfreien Nächten bis zum 13. März – mit Jupiter.

Das Frühlingsdreieck (Arktur - Regulus - Spica).

Krebs, Löwe, Zwillinge, Wasserschlange, Rabe, Becher, Sextant? Noch nie (bewusst) gesehen? Wer diese Sternbilder ganz leicht auffinden möchte, dem lege ich die App "Google Sky Map" ans Herz. Diese schlanken 2,8 MB haben es in sich!

Die Milchstraße geht im S über den Horizont herauf und verläuft durch die Sternbilder Großer und Kleiner Hund, Einhorn, Orion, Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan nach N.

[Die gezeigten Bilder sind allesamt Screenshots aus Stellarium. Man findet in jedem Bild unten eine Statusleiste mit Beobachterstandort, Blickrichtung, Datum und Uhrzeit.]

[Übersicht zu den Sternbildern]

Mond im März

Halbmond: 02. März
Neumond: 09. März
Halbmond: 15. März
Vollmond: 23. März

Mondbegegnungen:

Stern Aldebaran --> am 14. März ab Sonnenuntergang
Jupiter --> am 21./22. März bis etwa 5 Uhr
Stern Spica --> am 24./25. März
Mars und Saturn --> am 28./29. März

Planeten im März

Merkur --> unsichtbar
Venus --> nur bis 15. März kurz vor Sonnenaufgang im OSO sichtbar
Mars --> nach Mitternacht sichtbar
Jupiter --> das hellste Objekt (nach dem Mond) am Himmel
Saturn --> nach Mitternacht sichtbar
Uranus --> bis zur Monatsmitte in der Abenddämmerung
Neptun --> unsichtbar

Uranus am 9. März um 20 Uhr im W.

Sonne im März

Am 20. März um 5.30 Uhr MEZ ist astronomischer Frühlingsbeginn – also der Zeitpunkt, an dem die Sonne auf ihrer scheinbaren Jahresbahn den Äquator nordwärts überquert (der Schnittpunkt der aufsteigenden Sonnenbahn heißt Frühlingspunkt). Am Südpol bedeutet dies das Ende des Polartages, am Äquator den ersten von zwei Zenitständen des Jahres, in den mittleren Breiten "Tagundnachtgleiche" und am Nordpol das Ende der Polarnacht.

[Wegen der Lichtbrechung in der Erdatmosphäre findet die physikalische "Tagundnachtgleiche" bereits am 17. März statt.]

Der Tag wird im März um 1:58 h länger, infolge der Zeitumstellung geht die Sonne am Monatsende jedoch fast zur gleichen Zeit auf wie am Monatsanfang.

Sonnenaufgang 1. März: 6.55 Uhr
Sonnenuntergang 1. März: 17.47 Uhr

Sonnenaufgang 31. März: 6.48 Uhr
Sonnenuntergang 31. März: 19.38 Uhr

Einen kleinen Exkurs zur Zeitumstellung findet man hier.

Auszug:

"[...] Die Ölkrise von 1973 wird heute als Auslöser dafür gedeutet, erneut über die Einführung einer Sommerzeit mit dem Nebeneffekt der Energieeinsparung nachgedacht zu haben. Deutschland geriet dann Ende der 1970er gewissermaßen in Zugzwang - zahlreiche Nachbarn hatten bereits eine Sommerzeit eingeführt - und so führten auch BRD und DDR zeitgleich 1980 die Sommerzeit wieder ein.

Den Schlussakkord in dieser Zeitsymphonie setzt das Jahr 1996. Es markiert die Vereinheitlichung sämtlicher europäischer Sommerzeiten mit jeweiligem Beginn am letzten Sonntag im März und Ende am letzten Sonntag im Oktober.

Was bringt die Sommerzeit?

Kurz: Nichts.

In einer Antwort der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion bezüglich der "Auswirkungen der Zeitumstellung infolge der Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit"

heißt es:

"Im Hinblick auf den Energieverbrauch bietet die Sommerzeit keine Vorteile. Die durch das Umweltbundesamt recherchierten Erkenntnisse wiesen schon vor gut 10 Jahren auf den Umstand hin, dass von einer Zeitumstellung auf die Sommerzeit keine positiven Energieeinspareffekte zu erwarten sind. Danach wird die Einsparung an Strom für Beleuchtung, insbesondere bei vermehrtem Einsatz effizienter Beleuchtungssysteme, durch den Mehrverbrauch an Heizenergie durch Vorverlegung der Hauptheizzeit überkompensiert. Neue Erkenntnisse hierzu liegen der Bundesregierung nicht vor. [...]

Aus umweltpolitischer Sicht besteht keine Notwendigkeit für eine Beibehaltung der mitteleuropäischen Sommerzeit in Deutschland (s. a. Antwort zu Frage 2). [...]"

Fortsetzung (inkl. einiger Kuriositäten)

Initiativen zur Abschaffung der Sommerzeit

In Deutschland

In den USA

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