Montag, 27. März 2017

13. Muldentaler Städtelauf | 26.03.2017

Mit den Wettkämpfen ist das so eine Sache. Man braucht die nötige Motivation, um ans eigene Limit zu gehen und man braucht entsprechende Vorbereitung, um mit dem eigenen (aktuellen) Limit zufrieden zu sein. Die Motivation wird bei mir zusehends besser, ich will Wettkämpfe bestreiten und dort das Maximum abrufen. ABER: Wie erhält man diesen Zustand dauerhaft? Wie bleibt das Feuer am Lodern? Ein ordentliches Feuer benötigt mehrere Komponenten - Brennmaterial, Sauerstoff, Anzündtemperatur. Die Sauerstoffzufuhr klappt so halbwegs, Nr. 3 stimmt, nur das Brennmaterial ist noch etwas klamm hinter den Ohren.

Wir erreichen die "Perle des Muldentals" gegen 8.45 Uhr und finden einen Parkplatz in der Hohnstädter Straße. Nach dem Rahmenbruch der Toilettentür im Sportlerheim kann es eigentlich nur besser werden - denke ich mir im angenehm leeren Transferbus zum Startort Wurzen. Die Ringelnatzstadt an der Mulde empfängt uns mit herrlichem Frühlingswetter, auf dem Marktplatz scharren bereits um die 700 LäuferInnen mit den Kunststoffhufen. Unser Warmup besteht aus 100 m Kopfsteinpflaster-Jogging, Start in 3 Minuten. Pünktlich 10 Uhr entlässt man uns auf einen anfänglichen 1,5 km-Innenstadtrundkurs, erst danach folgen B 6-Querung und Muldentalbahnradweg. Die partnerschaftliche Absprache lautet, dass jeder seinen Lauf bestreiten soll, was mich am Landgasthof Dehnitz immer noch eine brauchbare Pacergruppe suchen lässt. Kurz darauf werde ich bei einer wippenden, langen blonden Mähne über dem "BMW-Team SC DHfK"-Shirt fündig. Deren Ziel scheint im Bereich 1:25 h zu liegen - optimal für mich. Leider ist auf den Foot-POD meiner Suunto nicht so recht Verlass, die Pace liegt real eher bei 4:20 min denn bei virtuellen 5:30 min. [Okay, womöglich war die 400 m-Runde auf dem Testfeld auch zu kurz für eine saubere Kalibrierung. ;-)]

Körperlich geht es mir blendend, weder Blase, Darm, Magen, Zwerchfell noch Steuerzentrale weichen von der weißen Orientierungslinie dieses zauberhaften Radweges ab. Ich überhole ab und zu, größtenteils laufen die versprengten Gruppen hier ab Kilometer 10 jedoch ein ähnliches Tempo. In Summe vier Verpflegungspunkte bieten unterwegs alles Nötige von Apfelstücken bis Zuckerwasser. Ein Becher Wasser sowie 1/3 Banane sollen mir genügen - herzlichen Dank für die ehrenamtliche Arbeit am Sonntag! Wir unterqueren die A 14-Brücke, passieren wenig später den Golzerner Berg (15 % Steigung = 100 % Rennradleidenschaft), die letzten Kilometer liegen vor uns. Meine Pacergruppe hat etwas Abstand gewonnen, ich behalte sie aber im Auge. Vorbei am ehemaligen Bahnwärterhäuschen von Dorna, kurz durch ein Waldstück und schließlich hinunter in die Auenlandschaft, die Pöppelmannbrücke bereits in Sichtweite. Mit den 1:27:46 h auf 21 km bin ich für den Moment zufrieden, Luft nach oben ist dennoch reichlich vorhanden. Das Vorbild ist hier ganz klar meine K., denn sie läuft in 1:37 h nicht nur mehr als 10 Minuten schneller gegenüber 2015, sie läuft damit auch aufs Damentreppchen ihrer AK. Tja, für so einen Rucksack voller Wurzener Knabbereien lohnt sich schon die eine oder andere Trainingseinheit im Vorfeld...

Der Preis für AK Platz 2 - Fuuuuuter!

Chapeau!

Muldentaler Städtelauf
Ergebnisse 2017

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